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Kirchenfenster

Liebe Besucher der Internetseite unserer Kirchgemeinde,

nein, Sehnsucht nach der heilen Welt ist nicht länger etwas für Politiker, die über besorgte Bewohner entvölkerter Landstriche lästern. Sondern die Sehnsucht nach heiler Welt wird immer größer. Was wäre gewesen, wenn die Engel den Hirten auf den Feldern von Bethlehem nicht erschienen wären? Dann hätten die Hirten vor dem Besuch an der Krippe nicht gehört, worauf sich unser Heil gründet: „Ehre sei Gott in der Höhe…“ und nicht Ehre den von uns erdachten Heilslehren.“ „…und Friede auf Erden…“ Wir können uns nicht in Münchhausen´scher Art zum Frieden ziehen. Sondern Friede wird von Gott gegeben. „…bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Zu vertrauen: Ich bin ein gewollter und geliebter Mensch – wie mein Nachbar auch. Das macht es möglich, den geschenkten Frieden auch in eine gute Lebensordnung zu wandeln und nicht trotz Geschenk im Durcheinandergeworfensein unterzugehen. Sind wir nicht des polarisierenden Geschwätzes müde, indem der eine auf Kosten des anderen sein Profil schärft? Sehnsucht haben wir nach Sättigung unserer Herzen! Den Hirten wurde von den Engeln weder das Lied von der schönen Vielfalt gesungen, noch klingelten sie das Gloria den Herrschern dieser Welt, noch sangen sie vom Fest des Friedens und der Liebe. Sondern sie verkündeten den Notfallplan Gottes für unsere unselige Welt: Christus. Damit wir selig werden - ob wir nun arm oder reich sind, jung oder alt, krank oder gesund, ob wir nur von gestern reden, ob es uns heute gutgeht, ob wir uns aufreiben oder je nach Gesinnung ein rosarotes Morgen sehen oder eben schwarz. Heil bedeutet ganz. Im Gegensatz zu teilweise, kaputt, traurig, sinnlos, therapiebedürftig, mit dem angeblich guten Zweck die Mittel heiligend, untergangsreif, gleichgültig, überdreht. Heil verkünden die Engel ausgerechnet denen, die am wenigsten von der Globalisierung im Römischen Reiches profitierten, „die da wohnen im finsteren Lande“, wie Jesaja schreibt. Ob Sie nun selbst trauern oder an einer Krankheit leiden, an einem Zerwürfnis oder einer Enttäuschung. An einer zerbrochenen Liebe oder an dem Gefühl, es sei einfach alles öde und lohne keinen Einsatz mehr. Oder ob die Wunde einfach die Misere ist, in der wir kulturell stecken, indem sich alle unsere menschlichen Werke maßlos beschleunigen wie der babylonische Turm der Geschwindigkeit, während die Natur, der Mensch, Raum und Zeit bleiben, was sie sind. Unsere Werke und Gottes Werke sind längst nicht mehr synchron. Gott aber liebt die Resonanz. Den „Zurückklang“. Die Mitschwingung. Den Einklang. Gott möchte sich nicht bei uns gegen uns durchsetzen. Sondern er möchte uns dabeihaben, wenn er ändert. Er möchte das Heil. Für uns. Davon redeten die Engel. Hören wir es?.

Ihr Pfarrer Michael Zemmrich